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Ich will leicht sein ...

Der Frühling ist da und doch auch nicht. Der April macht seinem Namen alle Ehre und tut, was er will. Mal ist es sommerlich warm, dann wieder fröstelnd wie mitten im Winter.

  

Bei mir macht das was. Und zwar wechselhafte April-Gefühle. Ein Wechselbad an energiegeladenen frühsommerlich angehauchten und antriebsarmen auf Rückzug ausgerichteten Winter-Gefühlen.

     

“Ich will leicht sein, wie ein Löwenzahn im Wind ...”

  

Diese Textzeile aus Sarah Leschs Lied “Löwenzahn im Wind” begleitete mich auf einem meiner Frühlings-beflügelten Spaziergänge. Bei dem ich an blühenden Apfelbäumen und saftig grünen Löwenzahn-Wiesen vorbei schlenderte.

 

An dem Tag fiel es leicht mich wie Löwenzahn im Wind zu fühlen. Und ich dachte: Ich will mich öfter so fühlen. Hin und her schaukelnd, getragen sein und doch im Boden verwurzelt.

  

Öfter wie ein unbeschwertes Kind frei, leicht und aufgehoben; mit offenen Armen barfuß auf der Wiese tanzen und nichts als den warmen Wind in den Haaren und im Gemüt.  

   

 



Doch gut in Bewegung bleiben, wenn es innen schwer und trüb ist ...  


... ist mühsam, gerade dann, wenn das Leben noch zusätzliche “Watschen” austeilt. Ich weiß das und was ich auch weiß (und das ist kostbar): Gerade dann ist es unumgänglich nach dem “Löwenzahn-im-Wind-Gefühl” zu suchen. 

 

Jetzt sitze ich mit einer warmen Tasse Tee an meinem Schreibtisch und denke über dieses lebendig, leichte Lebensgefühl nach.  


Wo ist es jetzt? Es muss doch noch irgendwo in mir sein. Obwohl es gerade keine Purzelbäume schlägt. Kann ich es vielleicht irgendwie hervorlocken!?


Und vor allem: Wie bringe ich dieses beschwingt sein in mich, wenn es mir nicht gut geht?  

 

Als erstes denke ich, muss ich bei mir sein und mich entschleunigen. Um meine Gedanken zu ordnen, zu klären und den Kreis an Negativ-Gedanken zu stoppen.

  

Dieses befriedet sein spüre ich beim Schreiben (wenn ich im kreativen Flow bin) und ich kann es auch schreibend hervorkitzeln. Das weiß ich. Doch manchmal fällt es selbst mir, als gewohnte Schreiberin und trotz meines Wissens darum, schwer mich selbst dahingehend zu begleiten.  


Also, wo noch? Wie und wo kann mein Gemüt noch entspannen?  


Klar: Wenn der Kopf überladen ist und ich innere Unruhe verspüre, treibt es mich hinaus.  

Hinaus in die Natur. 

  

An einen Baum gelehnt, am Berg stehend oder am Fluss sitzend entsteht dann genau die wohltuende Harmonie, die ich zum Weitermachen brauche. Weit weg von störendem Lärm und geschäftigem Treiben kommt alles wieder in Einklang.   


Die Natur ist (m)eine Kraftquelle ... 


... weil sie mich auf den Boden bringt und meine Gedanken beruhigt. Da draußen ist alles in Ordnung. Alles ist mit dem natürlichen Rhythmus verbunden. Jedes Tier und jede Pflanze. Alles geht seinen Lauf und ist sinnvoll.


Die Natur lädt mich dazu ein selbst Teil des Ganzen zu werden und meine Sinne für alles, was mich umgibt zu schärfen. Dabei lehrt sie mich das Denken zu vergessen. 


Denn bei all dem, was ich draußen im Grünen wahrnehme, geht es nicht darum, es mit meinem Verstand zu erfassen, sondern vielmehr darum ins Staunen zu kommen. 

 

Immer wieder aufs Neue über die kleinen und großen Wunder der Natur zu staunen, erleichtert es mir belastende Gedanken fallen zu lassen und meine Batterien wieder aufzuladen.  


Wenn ich es schließlich geschafft habe Abstand zu dem zu bekommen, was mich bis dahin beschäftigt hat, komme ich ganz im Moment an und frische Energie durchströmt meinen Körper.  


Dann sprudeln die Sinnes-Eindrücke ins Schreiberinnen-Hirn und wollen mal mehr mal weniger poetisch zu Papier gebracht werden.  


Und neben dem beflügelnd leichten Schreib-Flow kommt auch das beschwingte Löwenzahn-im-Wind-Gefühl zurück und durchdringt jede Zelle meines Körpers. Durchströmt mein Gemüt mit wärmendem Licht und erhellt jede einzelne Pore. 

    

“Ich will leicht sein, wie ein Löwenzahn im Wind.  

Ich will laut sein, wie ein undankbares Kind. 

Ich will mich ins Leben verlieben – was geht mich der Preis dafür an? 

Ich will noch ne Weile bleiben und ich will tanzen – bis ich nicht mehr kann. “ 

(Sarah Lesch)  

 

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